Tempelburg liegt etwa 130km östlich von Stettin. Die Kirche der evangelischen Gemeinde war baufällig, so das ein Neubau notwendig wurde. Die Stadt reichte 1819 Pläne ein, die von der Oberbaudeputation bearbeitet wurden. Schinkel, der die Pläne ablehnte, legte einen eigenen Entwurf in gotisierenden Formen vor. Für die Gemeinde war dieser Plan jedoch zu kostspielig, so das die Ausführung immer wieder aufgeschoben wurde. Erst als der König 1826 in Tempelburg weilte, wurde ihm ein Bittgesuch zum Bau der Kirche überreicht. Daraufhin kam endlich Bewegung in die Sache. 1828 wurde ein 2. Entwurf erarbeitet, dem Schinkels Entwurf zugrunde lag. Allerdings wurden die Architekturformen vereinfacht und reduziert und jegliche Schmuckformen weggelassen. Der Kirchenneubau wurde von 1829 bis 1831 errichtet. Noch während der Bauzeit reichte die Gemeinde einen Entwurf zum Bau eines Glockenturms ein, der aber von der Regierung in Köslin abgelehnt wurde mit dem Hinweis, das nur eine Kuppel zum geplanten Bau passen würde, aber dadurch die Kosten weiter in die Höhe getrieben würden. Damit hatte sich das Thema "Turmbau" für die Tempelburger erledigt.
Die Kirche ist ein verputzter Ziegelbau auf kreuzförmigem Grundriss mit hohen Rundbogenfenstern. Die vier Giebelseiten sind monumental gestaltet durch große abgetreppte Rundbögen. Nach dem Krieg wurde sie zu einer katholischen Kirche umgewidmet. Die Wandmalereien im Inneren entstanden erst nach dem Krieg.

(Quelle: Andreas Bernhard; Gert Streit: Karl Friedrich Schinkel, Führer zu seinen Bauten, Band2)