Das Schloss Antonin wurde für den Fürst Anton Radziwill in den Jahren 1821-24 nach dem Entwurf Schinkels errichtet. Der Fürst war seit 1815 Stadthalter des Großherzogtums Posen. Aus diesem Grunde wollte er sich in der Nähe von Ostrowo im kleinen Dorf Przygodzice, wo er ausgedehnte Ländereien besaß, einen Familiensitz errichten lassen. Fürst Anton, der mit Luise, der Nichte Friedrich des Großen verheiratet war, besaß in Berlin das "Palais Radziwill", in dem er regelmäßig Berliner Gelehrte und Künstler zu Gast hatte, unter anderem auch Schinkel. Dem Fürsten gefielen die Entwürfe Schinkels, so das er ihn mit dem Entwurf zum Neubau eines Schlosses beauftragte.
Schinkel berichtete über die Aufgabenstellung in den "Sammlungen architektonischer Entwürfe" folgendermaßen: "Die Aufgabe hierzu ward so gestellt, daß etwa vierundzwanzig Jagdfreunde in dem Schlosse ein Unterkommen finden sollten, daß ein großer Saal, mit Kaminen ausgestattet, die Gesellschaft vereinigen, und das Gebäude hoch geführt werden müsste, um den Bewohnern aus den oberen Fenstern eine Übersicht der weiten Waldgegend zu gestatten. Ferner ward verlangt, daß der Bau in Holz geführt werde, teils weil dies Material, im Überfluss vorhanden, den geringsten Aufwand verlange, teils den Vorteil der Wärme und Trockenheit im Inneren gewähre, welches bei der Lage desselben zwischen Wiesen und Waldung zu berücksichtigen sehr nötig gefunden wurde."
Anschließend beschreibt er den Bau folgendermaßen: "Der Bau bildet ein Achteck von vier Geschossen, an vier Seiten desselben sind viereckige Pavillons von drei Geschossen angebaut, das Ganze ruht auf einem hohen massiven Unterbau, um die Feuchtigkeit des Bodens von dem Holze zu entfernen und die Küchen und Keller aufzunehmen. Durch drei Geschosse hindurch reicht der mittlere große Saal, welcher das ganze Achteck füllt und mit Galerien, auf Pfeilern ruhend, umgeben ist, welche rings in die Geschosse der Pavillons führen. In jedem der Geschosse eines Pavillons befindet sich ein Zimmer für zwei, auch drei Gäste, mit einem Schlafcabinet und einem Vorzimmer, neben welchem das Bett eines Dieners verdeckt angebracht ist. ...Der große achteckige Saal in der Mitte des Gebäudes, dessen getäfelter Fußboden in der unteren Hälfte des Grundrisses, dessen Balkendecke in der anderen Hälfte des Grundrisses angegeben ist, hat eine starke Mittelsäule, die, wie das Profil darstellt, bis zur Spitze des Gebäudes hinausgeführt ist. An dieser Säule sind unten von zwei Seiten Kamine angebracht, um welche sich die Jagdgesellschaft versammelt; die Essen dieser Kamine laufen in der Säule zur Dachspitze hinaus." Diese Mittelsäule ist das herausragende Bauelement im großen Saal. Geschmückt ist es mit 24 Hirschtrophäen und verleihen diesem Raum, zusammen mit den hölzernen umlaufenden Galerien ein festliches Gepräge.
Die Bauleitung für den Schlossneubau übertrug Schinkel an Johann Heinrich Häberlin, der später auch etliche Neben- und Wirtschaftsgebäude auf Antonin entwarf.
Die Fürstenfamilie war sehr angetan von diesem Schloss und sie genossen ihre Aufenthalte hier sehr. Neben den Familienmitgliedern wurden oft auch Gäste aus Politik und Kunst empfangen. So weilte oft der große polnische Komponist Frederyc Chopin hier, gab Konzerte und unterrichtete die junge Prinzessin Wanda Radziwill. Heute gibt es im Schloss auch ein Chopin-Zimmer, das besichtigt werden kann.
Neben den vielen Schlossumbauten, die Schinkel bewerkstelligte, ist dieses Jagdschloss der einzige erhaltene Schlossneubau.
Nach dem II. Weltkrieg wurde das Schloss vernachlässigt und verfiel zusehends. Mitte der 1970ger Jahre wurde es allerdings wieder instandgesetzt. Ein Hotel und ein Restaurant zogen ein, das wegen seiner guten Küche und dem ganz besonderen Ambiente stets gut besucht war. Nachdem das Schloss nochmals 2015-18 grundlegend saniert wurde, sind Hotel und Restaurant wieder sehr gut besucht. Die vorliegenden Aufnahmen entstanden 2019, kurz nach der Wiedereröffnung.

(Quelle: Eva Börsch Supan, Schinkel Lebenswerk-Die Provinzen Ost- und Westpreussen und Herzogtum Posen
Andreas Bernhard; Gert Streit: Karl Friedrich Schinkel, Führer zu seinen Bauten, Band2)