Aufgenommen im April 2012
Da der Platz im bisherigen Sitz der Regierung im ehemaligen Montanergymnasium nicht mehr ausreichte, wurde beschlossen, in der Zeughausstrasse einen Neubau zu errichten. Bauinspektor Matthias Biercher wurde 1829 mit den Plänen beauftragt. Er entwarf einen zweigeschossigen Bau mit einer Breite von 29 Achsen und einer Tiefe von 5 Achsen. Nur der 11-achsige Mitteltrakt erhielt ein weiteres Mezzaningeschoss und ragte somit über die Seitenflügel hinaus.
Ohne die Pläne rechtzeitig in der Berliner Oberbaudeputation (OBD) einzureichen, die dort erst im Dezember eintrafen, wurde schon im August 1830 der Grundstein gelegt. Da zum Zeitpunkt der Bearbeitung der Pläne die Grundmauern bereits standen, konnte am Grundriss nicht mehr geändert werden. Aber in technischer und ästhetischer Hinsicht wurden verschiedene Punkte angemahnt. So wurde z.B. das doppelte Gurtgesims bemängelt und eine stärkere Abgrenzung der Seitenflügel zum Haupttrakt gefordert. Im Inneren wurde z.B. auf die die zu schwachen Wandstärken und Kellergewölbe hingewiesen. Der Hauptsaal im 2. Obergeschoss musste erhöht werden da er als zu niedrig projektiert war. Biercher übernahm aber nur wenige Änderungswünsche, was in einem Gutachten der OBD vom Februar 1832 dann auch gerügt wurde. Die Fertigstellung des Regierungsgebäudes fand im November 1832 statt.
Schinkel besichtigte den Bau im Rahmen seiner Dienstreise durch die Rheinprovinzen im August 1833. Er lobte die Ausführung durch Bauinspektor Bierchler und hob die Freitreppe mit dem 4-Säuligen Portikus am Mitteltrakt besonders hervor.
Im 2. Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt. Nur der rechte Seitentrakt wurde wieder aufgebaut.
(Quelle: Eva Brües, Schinkel Lebenswerk-Die Rheinlande)